Donnerstag, 20. Februar 2014

Tschüß! Sehen wir uns wieder?



Keine Angst, ich stelle das Bloggen nicht ein. Dafür ist mir das Ganze zu sehr ans Herz gewachsen in den letzten 21 Monaten.
Vor allem Ihr meine lieben Leser. Euer Feedback ist das, was mich antreibt.
Kommt Ihr mit zu meiner eigenen Seite Ich lebe! Jetzt!? Wunderbar.
Leider kann ich die eingetragenen Follower nicht mitnehmen. Aber es gibt ja noch die anderen sozialen Medien mit denen Ihr mir folgen könnt.
Ich freu mich auf Euch!

Gruß
Suse

Dienstag, 18. Februar 2014

In Silence


Es ist der 5. August 2005. Seit genau fünf Jahren sind wir ein Paar. Wir freuen uns auf die Zwillinge.
Man hatte uns zu gedämpften Optimismus geraten. Ich hatte das ausgeblendet.
Mir geht es prima. Wieso auch nicht? Keinerlei Schwangerschaftsbeschwerden, die kritischen zwölf Wochen waren überstanden, das Examen liegt erfolgreich hinter mir und ich trage meine kleine Kugel mit Stolz und Vorfreude zur nächsten Vorsorgeuntersuchung.
Das Wetter ist genau wie es immer Sommer sein sollte: warm und trocken.

Plötzlich wird mir kalt. Im Ultraschallraum meiner Gynäkologin könnte man eine Stecknadel fallen hören. Ich sehe wie gebannt auf den kleinen Bildschirm und warte darauf die beiden kleinen bumpernden Herzchen zu sehen. So wie immer.
"Ich kann keine Herzaktivität mehr feststellen"
Als sei ich nur noch ein Beobachter sehe ich mich wie erstarrt auf der Untersuchungsliege liegen. Daneben die Ärztin, die mit der Assistentin spricht. Keine Ahnung worüber. Über eine andere Patientin?
Sie müssen wohl doch über mich gesprochen haben, denn ich soll eine Frage beantworten "Was meinen Sie Frau M."? Keine Ahnung, wozu?
Es ging darum zu entscheiden ob ich auf das Einsetzen der Geburt warten warten will oder ins Krankenhaus um die Geburt einleiten zu lassen.
Im Besitz keinerlei geistiger Kräfte entscheide ich mir für die Einleitung.
Es ist Freitag. Am Montag soll ich mich an der Pforte melden.
Drei lange Nächte und zwei Tage in denen ich versuche zu begreifen. Ich scheitere.
Am Montag wird noch einmal kontrolliert ob es wirklich vorbei ist.
Ist es. Dann bekomme ich Medikamente um die Geburt in Gang zu bringen.
Kann dauern sagt man mir. Wie lange? Weiß man nicht.
Vor der Abfahrt ins Krankenhaus drückte mir jemand ein Buch in die Hand. Ich lese.
Bekomme Besuch von meiner Freundin. Es ist schwer. Aber gut, daß sie den Mut hatte zu kommen. Danke.
Ich lese das Buch noch einmal. Irgendwas mit Australien und Kängurus und Familienclan. Es kommt nicht im Hirn an.
Bekomme Kurznachrichten von Freunden "Es tut mir so leid." "Ich weiß nicht, was ich sagen soll."
Ich weiß es noch viel weniger.
Warten. Bis die Wehen einsetzen. Nach über fünfzig langen Stunden.
Die Hebamme ist schon etwas älter. Aber liebevoll. Sie fragt, ob ich die Babies sehen möchte.
Auf keinen Fall! Niemals!
Die natürliche Geburt, die keine ist, ist schmerzhaft. Dann sind sie da.
Die Hebamme fragt noch einmal ob ich sie sehen möchte.
Natürlich! Meine Zwillinge!
So perfekt. So winzig.
Es ist nach Mitternacht.
Noch kurz in den OP und am nächsten Morgen mit ein paar Informationsbroschüren unter dem Arm wieder zu Hause.

Das ist jetzt fast neun Jahre her. Ich sitze heute hier mit drei gesunden, wundervollen Mädchen an der Hand. Sie wissen von ihren Brüdern im Himmel und sind stolz auf ihre Schutzengel.


Alle 21 Minuten wir ein Kind still geboren

Der Grund, warum ich mich entschlossen habe diesen Beitrag zu schreiben ist nicht mein akutes Mitleidsbedürfnis. Ich habe einen Weg gefunden damit umzugehen.
Alle 21 Minuten wird ein Kind still geboren. Und keiner spricht darüber. Es sterben zehn Mal mehr Babys nach der 20. Schwangerschaftswoche als am plötzlichen Kindstod.
Aus Unwissenheit (wer informiert sich denn über sowas?) Entscheidungen zu treffen, die man hinterher bereut ist bitter.
Wer weiß schon, ab welcher Schwangerschaftswoche er sein Kind beerdigen darf. Ab wann man eine Geburtsurkunde bekommt als Nachweis, das das Kind "wirklich" existiert hat?

Die Gesellschaft reagiert mit ohrenbetäubendem Schweigen

Das Thema Stille Geburt und was damit zusammenhängt wird in unserer Gesellschaft unterschlagen. Das ist unangenehm.
Ist jemand dann davon betroffen macht sich Ratlosigkeit breit und man sagt nichts oder das Falsche.
Beispiele gefällig?
"Das wird schon wieder!" - Was soll denn da bitteschön wieder werden?
"War sicher besser so!" - Besser so als was? Lebende Kinder?
"Zwillinge sind eh anstrengend." Bitte??
"Du bist noch so jung, da kommen schon noch Kinder!" Was hilft mir das? Keins kann das verlorene ersetzen!
"Nach zwei Wochen mußt Du doch darüber hinweg sein!" Nein! Ich werde NIE darüber hinweg sein!
Für mich war das Schlimmste die Stille. So tun als sei nichts gewesen und sich beschämt abwenden, wenn ich darüber sprechen wollte.
Außerdem war ich nach der stillen Geburt nicht mehr wie vorher. Das konnten viele nicht verstehen.
Du gehst durch die Hölle und sollst so bleiben wie Du bist. Geht nicht.
Die Trauer wird ein Teil von Dir. Sie geht nie vorüber. Sie verändert sich. Und Dich.

Wer noch kann und mag, der schaue sich das Video an: "In Silence" der Global Alliance to Prevent Prematurity and Stillbirth






Weiterführende Links:




Zum Schluß habe ich noch eine Bitte an die, die Kontakt zu Eltern stehen, die ein Kind verloren habe: Angemessen darauf zu reagieren ist schwierig. Aber fragt bitte die Eltern, was sie im Moment gerade brauchen. Schweigen ist genauso schlimm wie die falschen Worte!

Gruß
Suse

Montag, 17. Februar 2014

Zu schade für die Tonne {Resteverwertung}

Mir wird ganz schlecht, wenn ich lese, wie viele Tonnen Lebensmittel in unserem Land einfach so in der Tonne landen. Eine aktuelle Studie spricht von 82 Kilogramm pro Kopf pro Jahr! Jedes achte Lebensmittel landet direkt vom Einkaufskorb im Müll. Ganz oben stehen Obst und Gemüse.

Verteilung der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle nach Produktgruppen: Gemüse und Obst, Back- und Teigwaren, Speisereste, Milchprodukte, Getränke, Fleisch und Fisch, Sonstiges wie Süßigkeiten.
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Aber wie läßt sich das vermeiden? Und vor allem: Wie sag ich's meinem Kind?

"Andere Menschen haben nichts zu Essen und Du willst Dein Essen wegwerfen!"
"Weißt Du was Mama, wir packen meine Reste ein und schicken sie zu den armen Menschen."

Zum Aufessen zwingen? Scheint auch nicht die richtige Lösung zu sein in Hinblick auf späteres, gestörtes Eßverhalten.

Wir versuchen den Zwerginnen beizubringen sich nur so viel auf den Teller zu legen, wie man auch essen kann. Diese Lernphase begann schon recht früh. Eigentlich seitdem sie sitzen können und mit am Tisch gemeinsam Mahlzeiten einnehmen.
Die Lernphase dauert auch bei der großen Zwergin mit ihren sieben Jahren noch an. Aber seien wir mal ehrlich, uns passiert es doch selbst hin und wieder, daß die Augen größer waren als der Hunger oder?
Deswegen gilt auch: es ist genug für alle da, man nimmt sich kleine Portionen.
Sollte doch einmal eine größere Portion auf dem Teller bleiben wird der in einem Döschen aufbewahrt für später. Wenn der kleine Hunger kommt.
Natürlich eignet sich nicht alles zur Aufbewahrung.

Eine andere Sache: Was mache ich, wenn ich zu viel gekocht habe?
Die meisten Gerichte lassen sich problemlos einfrieren und ich bin froh, wenn ich schnell ein Essen aus dem Gefrierschrank hervorzaubern kann.
Andere Dinge wie übrig gebliebene Kartoffeln lassen sich in vielen Variationen erneut auf den Tisch bringen.
Zum Beispiel gebratene Miniklößchen  (Mein Montags Mhhhhhh!):

Gekochte Kartoffeln schälen, Ei und Mehl hinzugeben (so viel Mehl, daß eine formbare Masse entsteht). In etwas Öl knusprig braten.
Mit Apfelmuß für die Schleckermäuler oder Bratenresten für die, die es herzhaft mögen servieren.



Wenn die Mahlzeit nicht eh Gemüse enthält, gibt es zum Knabbern bei uns immer Gemüsesticks und Obststückchen. Je nach Saison. Das ist dann als erstes aufgefuttert.
Und schon ist der Kühlschrank wieder leerer und ich kann frisch kochen.

Was gibt es bei Euch aus den Resten? Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Ideen. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Eure Rezepte gerne als Kommentar hinterlassen.

Gruß
Suse